Jobdefinition

26 05 2011

Heute Morgen erreicht mich eine  drei freundliche Emails unseres nicht so freundlichen Marketings mit folgendem Inhalt:

Hallo itdepp,

gehe mal bitte auf die Seite von xy, klicke dann oben auf Informationen und dann links auf Antrag (anm.: Ein Link wäre wohl zuviel verlangt gewesen). So etwas brauchen wir auch. Bitte schnellstens realisieren, da wir im nächsten Mailing darauf verweisen wollen.

Gruß, Marketing

Kaum zwei Minuten später erreicht mich eine weitere Mail, diesmal etwas formloser:

Das Beispiel auf der Seite yz ist besser, schau da mal nach.

Wieder ein paar Minuten später die dritte Mail

Die Aufmachung von yz gefällt der Teamleiterin nicht so. Nimm lieber das von xy aber mit der Funktion von yz. Wie gesagt, es ist dringend.

Lustlos öffnete hangelte ich mich durch die zwei Beispiele, die unterschiedlicher gar nicht sein könnten. Das eine war eine Anfrage von Endkunden auf ein kostenloses Muster, das zweite war eine Anfrage von potentiellen Vertriebspartnern einer Kaufhaus-kette. Letztendlich konnte ich mir nicht zusammenreimen was die gute Dame von mir will.

Da ich heute ohnehin nicht bester Laune bin antwortete ich ein wenig spitz, dass die Abteilung doch mal bitte zusammensitzen und zusammentragen soll, was denn jetzt nun gewünscht ist und mir das dann bitte in einer Mail mitzuteilen. Ich würde dann bescheid geben wie lange die Realisierung dauern würde.

Kaum war die Nachricht abgeschickt, klingelte auch schon das Telefon. Ob ich denn heute extrem schwer von Begriff sei. In den beiden Links sei ja wohl alles erklärt und die Details könnte man ja dann noch ändern, wenn ich mit allem fertig wäre. Sie hätte auf jeden Fall keine Zeit hier irgendetwas auszuarbeiten, schließlich hätte das Marketing ja die Aufgabe Ideen zu entwickeln. Die Ausarbeitung sei ja wohl Sache der IT. Ich solle jetzt schleunigst anfangen.

Ich antwortete mit einem diplomatischen “hmmmmmm” und verfasste im Anschluss an das Telefonat eine Mail an die Dame und ihre Teamleiterin mit der Bitte, das Projekt vorher beim Chef genehmigen zu lassen.

Vor einer Minute erreichte mich eine Mail, mit einer sauber ausgearbeiteten Vorlage mit Wünschen, Anmerkungen und einem Plan.

Geht doch!





Haben sie kein Vertrauen?

6 05 2011

Manchmal muss ich schon mit mir selbst kämpfen.

“Wenn sie die Ware liefern, dann verspreche ich ihnen spätestens in 3 Monaten die Rechnung zu bezahlen”

Das ist zwar ein ehrlicher Satz eines ehrlichen Kunden, allerdings zu ehrlich, denn unter diesen Umständen kann ich leider nicht liefern.

“Ich gebe ihnen mein Wort, dass sie das Geld spätestes am Ende des Jahres auf dem Konto haben.”

Unabhängig davon, dass in 3 Monaten mein Jahr noch nicht zu Ende ist, ändert das nichts an der Tatsache dass ich keine 3.000 Euro vorstrecken möchte und auch nicht unbedingt kann, und schon gar nicht bei Privat-Kunden.

Mich dafür aber beschimpfen zu lassen, ich sei großkotzig, herzlos und hätte ein keine Menschenkenntnis, ist auch mir zuviel.





Triumpf über den IT-Depp

6 05 2011

Ich bin nicht allwissend. Ich stelle mich auch nicht als solches dar. Es sind mehr die Kollegen und Kunden, die das ab und zu von mir glauben. Trotzdem bin ich nach wie vor der Meinung dass man Dinge erst richtig gut kann, wenn man sie regelmäßig macht.

Gestern Abend, es war kurz nach Feierabend. Eine gute Freundin hatte mir ein kleines Dokument geschickt mit ein paar Gedichten, Liedern und Sprüchen. Das Ganze war für eine Veranstaltung im örtlichen Altenheim. Sie fragte ob ich ihr das bitte 50 mal ausdrucken kann.

Klar, kein Problem. Da die Freundin sehr engagiert ist wollte ich ihr einen Gefallen tun und das Ganze in Form eines kleinen Heftchens umgestalten. Gesagt getan, ein wenig verkleinern, ein wenig schieben und fertig war die 4-seitige Brochüre mit Deckblatt.

Da wir vor Kurzem einen neuen Multifunktions-Hubschrauber Kopierer unser Eigen nennen, wollte ich das Ganze auf dem Gerät ausdrucken. Das Teil kann wirklich alles. Drucken, falzen, knicken, tackern, lochen, schneiden, legen, föhnen und das Ganze noch in Farbe UND BUNT!

Ein kurzes Gespräch mit dem Chef, einen Fünfer in die allgemeine Kaffee-Kasse und ich machte mich ans Werk:

Heften: EIN, Falzen: EIN, Beidseitiger Druck: EIN, DRUCKEN.

Zur Sicherheit erst mal ein Probeausdruck. Ich laufe voller Erwartung richtung Kopierer, der vorne bei der Sekretärin steht, und höre wie das Gerät fleißig werkelt. Als ich ankam, warf er gerade das fertige Heftchen in den Ausgabeschacht. Also es lag etwas im Ausgabeschacht, allerdings kein Heftchen. Es waren 4 Seiten die an allen 4 Ecken zusammengetackert waren, und links auch noch gelocht waren.

Also wieder zurück ins Büro. Nochmal rein in die Einstellungen. Ich entdecke ein Feld: Erweiterte Einstellungen, worauf sich ein Fenster öffnet mit 1000 Einstellmöglichkeiten, wenn nicht noch mehr.

Ich klicke also wild fachmännisch die richtigen Felder an, und laufe wieder zum Drucker. Diesmal war es gar nicht getackert, dafür doppelt gefaltet und doppelt gelocht. Aha.

Um euch Zeit zu sparen überspringe ich die nächsten 5 Versuche und steige mit der Erzählung da wieder ein, als mir die Hin-Und-Her-Rennerei zu blöd wurde und ich den PC der Sekretärin neben dem Kopierer angeworfen habe. Hier das Selbe Spiel, 2 Probedrucke, 2 mal Altpapier, nochmal einen Fünfer in die Kaffee-Kasse. Einen dritten Probedruck gab es nicht mehr weil die Tacker-Nadeln leer waren.

Zum Glück, und das sage ich auch nur in diesem speziellen Fall, kam in dem Moment als ich gerade überlegt habe wo ich nun Benzin für die Feuerbestattung des Gerätes her bekomme schwebte die Sekretärin ins Büro, da sie irgendwas vergessen hatte. Sie lief an Ihren Schreibtisch, sah die zerrissenen Probedrucke und die Anzeige am Gerät. Wortlos öffnete sie die Schublade ihres Containers, zerlegte Fachmännisch den Tacker, füllte die Nadeln auf und setzte sich an Ihren Rechner. Unkommentiert klickte sie sich durch das Dokument, fragt nur “A4 oder A3″.

itdepp: “A4, aber ich bekomme das schon selbst hin, es soll ein kleines Heftchen werden, das in der Mitte gefaltet ist und zur Sicherung mit zwei Tackernadeln…..”

Der Satz war nicht zu Ende, da hatte sie schon mit 234 Klicks sich durch das Druckmenu gehangelt und der Apparat fing an zu drucken. Keinen Augenblick später lag das perfekt gebundene Heft im Ausgabefach.

“Anzahl?”

“50, bitte”

“Schönen Abend noch”





Dummheit in 2 Stufen

6 05 2011

Anruf eines Kollegen:

Hallo itdepp, die Festplatte meines Notebooks ist voll, bauen sie bitte eine größere ein.

Ich grübel ein wenig darüber nach, da unsere Notebooks mittlerweile eigentlich alle 500 GB Festplatten haben, und das eigentlich ausreichen sollte.

Auf meine Frage was er denn dort so alles abspeichert erhalte ich kurz und bündig die Antwort, das würde mich nix angehen.

Recht hat er, aber genau diese Frage würde mir der Geschäftsführer auch stellen wenn ich die neue Platte genehmigen lassen wöllte.

Also erzählt er mir die traurige Geschichte, dass er zuhause nur einen Computer hätte, den aber seine pubertierende Tochter permanent in Beschlag hätte, und er deshalb seine Urlaubsbilder ja irgendwo anders sichern müsse.

An meinem Schweigen erkannte er recht schnell, das mich das kaum überzeugen würde, weshalb er einen alternativen Vorschlag machte.

“Ich sehe schon, sie stellen sich quer. Alternativ erhöhen sie bitte das Kontigent auf meinem Home-Laufwerk auf 1000! GB, dann speicher ich das Zeug eben dort ab.”

Ich fragte ihn dann recht freundlich ob er dem Geschäftsführer eine Mail mit der Bitte um Genehmigung schreiben würde, oder ob ich das übernehmen soll.

Er: Ach lassen sie mal, ich sehe ihn die Tage ohnehin mal, dann werde ich das mal beiläufig fragen.

Ich denke nicht, das ich hier nochmal was höre.








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