Wenn ich daran denke, wie ich mit Anfang 20 meine Wochenenden verbracht habe, dann kann ich heute nur noch den Kopf darüber schütteln.
Das Ganze ging meistens schon am Donnerstag Abend los, in seltenen Fällen sogar Mittwoch. Als eingefleischte Feier-Clique hatten wir von Mittwoch bis Sonntag einen angesagten Anlaufpunkt auf Lager, teilweise sogar zwei pro Abend und das trotz Ganztages-Job.
Die Nächte (zumindest der Teil der zum Schlafen genutzt wurde) war oft nicht länger als 3 Stunden.
Letzte Woche, also ca. 10 Jahre später rief mich mein guter Freund Kalle an, ob ich nicht Lust hätte mit zum Angeln zu kommen. Da mich das interessiert, stimmte ich spontan zu. Treffpunkt war Freitag, 21 Uhr am Fischteich. Ich müsste mich um nichts kümmern. Ich dachte mir schon, dass die Sache ein wenig länger werden würde, und sagte die Verabredung zum Samstags-Frühstück bei meinen Eltern vorsorglich ab.
Als ich um kurz vor 9 mein Auto parkte, war Kalle bereits dabei seinen Kombi auszuladen. 30 Minuten später stand ein Zelt, eine Kiste Bier und ein Grill am See-Ufer, und wir warfen die Angel aus. 8 Fische, 5 Bier und 6 Stunden später machte ich mich zu Fuß auf den Heimweg. Ich war sicherlich leicht angetrunken, jedoch nicht betrunken.
Samstags um 11 Uhr, also nach 7 Stunden Schlaf lag ich immer noch bewegungsunfähig im Bett. Ich hatte das Gefühl wie wenn ich die Kiste Bier alleine getrunken hätte, und erst vor 5 Minuten heim gekommen wäre.
Früher bin ich nach einem Bruchteil der Schlafens-Zeit und einer weit höheren Menge Alkohol aufgestanden und zur Arbeit gegangen. Heute würde ich eine vergleichbare Nacht vermutlich nicht überleben.
Ist das normal?
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