Das darf doch gar nicht war sein

30 07 2010

Ich bin gerade fertig mit folgendem Blogeintrag da erreicht mich folgende Mail des genannten Kollegen mit Kopie an den Chef

Sehr geehrter itdepp,

ich habe Ihnen heute Morgen über Probleme mit meinem Notebook berichtet und sie ebenfalls darüber informiert, dass selbiges am Wochenende dringend brauche um einige Dinge fertig zu machen.

Eben habe ich gesehen, dass Sie bei Kollegin X aus der Buchhaltung den Drucker gewartet haben. Auf meine Nachfrage bei ihr konnte ich in Erfahrung bringen, dass sie jedoch keinerlei Probleme mit dem Gerät hatte.

Somit kann ich es nicht ganz nachvollziehen, dass sie solch verhältnismäßig unwichtig Arbeit höher priorisieren als meine Arbeitsfähigkeit wiederherzustellen.

Wie ich ihnen schon mitgeteilt habe ist gestern Abend während dem Arbeiten plötzlich das Notebook ausgegangen und ließ sich auch nicht mehr einschalten. Da ich nahezu jeden Abend von zuhause aus arbeite, wäre ich ihnen sehr verbunden, wenn sie diesen Missstand schnellstmöglich aus der Welt schaffen könnten, und mir einen adäquaten Ersatz für mein Arbeitsmittel zur Verfügung stellen könnten.

Mit freundlichen Grüßen,

Kollege-Arsch

Ich glaub ich steh im Wald. Da wirft der Trottel sein Notebook runter, bricht zwei Stunden später eine Ablage aus dem Drucker und anstatt erst einmal den Ball flach zu halten kackt er mich jetzt beim Chef an?

Daraufhin habe ich mal kurzerhand die Firewall überprüft und entdeckt, dass der Kerl seit 3 Wochen nicht mehr im System angemeldet war, also auch kaum von zuhause aus gearbeitet haben KANN. Eine Untersuchung eines baugleichen Druckers wie der Defekte brachte heraus, dass die Ablage wohl das stabilste Teil am ganzen Gerät ist.

Leider ist heute nicht mein Tag, was zu 90 Prozent daran liegt dass nur Dreck an mich herangetragen wird. Das Notebook, die Druckerablage, Rohrbruch im Serverraum, Diskussionen mit der Müllabfuhr, unfähige Sekretärin, nichtzahlende Kunden. Und diese unglückliche Konstellation muss nun leider Kollege-Arsch ausbaden.

Ich verfasste also eine schöne Antwort, ebenfalls mit Kopie an den Chef:

Sehr geehrter Kollege Arsch,

vielen Dank für Ihre freundliche Hilfe bei der Priorisierung meiner Aufgaben. Ich war bis zuletzt der Meinung, dass der Drucker in der Buchhaltung wichtig wäre, da hier am Monatsende immer Rechnungen und Mahnungen gedruckt werden. Dass ihr Fachwissen bezüglich Drucker wesentlich ausgeprägter ist konnte ich anhand der “abgefallenen” Ablage an Ihrem Modell feststellen.

Bezüglich ihrer regelmäßigen Arbeiten am Abend muss ich mich auch entschuldigen, da hier offenbar ein Fehler vorliegt. Zumindest kann ich in der Auswertung erkennen, dass der Fernzugriff wohl bereits seit 3 Wochen Probleme macht, da so lange Ihr letzter Login zurückliegt.

Um Ihr Notebook werde ich mich sofort kümmern. Ich werde versuchen mit ein wenig Sekundenkleber die ausgebrochenen Rahmenteile wieder so anzubringen, dass der Hersteller evtl. doch einer Garantiereparatur zustimmt.

Mittlerweile dürfte auch die Virenprüfung ihrer Festplatte abgeschlossen sein, so dass ich die Daten auf Ihr Leihgerät überspielen kann.

Hochachtungsvoll,

itdepp

Antwort vom Chef:

Hallo,

@Kollege-Arsch: Bitte um Rücksprache

@itdepp: Kollege-Arsch benötigt momentan kein Notebook, bitte Kostenvoranschlag für Reparatur vorlegen.

Nicht nett, aber irgendwie geht es mir jetzt besser.





Wo gehobelt wird da fallen Späne

30 07 2010

Ich bin sicher nicht derjenige der schimpft wenn beim Arbeiten etwas kaputt geht. Das im Außendienst mal ein Handy runter fällt und den Geist aufgibt kann passieren.

Selbst wenn die Tastatur “auf einmal nicht mehr geht”, und unten literweise Kaffee drin schwimmt, sage ich nichts.

Wenn aber ein Kollege morgens sein kaputtes Notebook präsentiert, das ihm aus der Tasche gefallen ist, und mir zwei Stunden später eine total zerbrochene Papierablage vom Drucker auf den Tisch legt, weil anscheinend zu viel Papier drauf lag, muss ich mich doch fragen ob hier vielleicht nicht doch ein wenig mehr Sorgsamkeit angebracht wäre.





SysAdmin-Day

30 07 2010

Was soll das sein?

Hier könnt ihr es nachlesen.

Immer der letzte Freitag im Juli ist der offizielle Gedenktag an die Leute, die ihr Leben dem Firmen-Netzwerk verschrieben haben. Ich weiß, es ist Quatsch, genauso wie der Welt-Kuss-Tag, der Welt-Fieberthermometer-Tag,…

Also mir hat bisher noch keiner gratuliert. Noch nie, und das wo ich den Job doch schon immerhin 10 Jahre mache. Aber wenn ich mit Kollegen so spreche, dann kommt das Thema doch zur Sprache, und ich glaub jeder der davon weiß macht sich zumindest ein paar Gedanken darüber.

Ich mag meinen Job, ich mag ihn sogar sehr. Ob ich ihn wieder wählen würde, ich weiß es nicht.

Als ich mich damals entschieden habe beruflich in die IT-Branche zu gehen, war der Grund einfach nur Spaß daran zu haben Netzwerke aufzubauen, kleine Skripte zu schreiben, den Anwendern zu helfen dass sie effizient arbeiten können.

Mittlerweile muss ich sagen, dass der Job an Sich schon etwas Deprimierendes an sich hat, da er schon äußerst undankbar ist. Wenn der itdepp seine Arbeit macht, steht hinterher ein schönes Haus wo vorher noch ein Acker war. Wenn die Putzfrau nach getaner Arbeit zurück blickt, erstrahlt ein Raum in sauberem Glanz. Überall kann man vor dem Feierabend auf sein Tageswerk zurückblicken, wenn man nicht gerade IT’ler ist.

Wenn ich meine Arbeit richtig mache, passiert nämlich am besten NICHTS! Wenn man das Netzlaufwerk öffnet, erscheinen alle Dateien auf dem Server. Wenn man auf den Browser drückt, öffnet sich das Internet, und wenn man eine Seite ausdrucken möchte schnurrt der Drucker.

Aus Sicht der Anwender ist das völlig normal, denn ich mache ja ohnehin den ganzen Tag nichts Anderes als ein paar Kabel einstecken, Programme durch Klicken auf “Weiter” installieren, Kaffee trinken und Zeitung lesen.

Aufmerksamkeit? Fehlanzeige. Dankbarkeit? Manchmal. Ab und zu mal ein Händedruck oder eine Packung Kinder-Riegel. Aber das kann ich an einer Hand abzählen.

Für die Geschäftsleitung ist man eher ein Dorn im Auge. Kostet nur Geld, und wenn der Kerl kommt dann möchte er nur Geld für neue Server Spielzeuge.

Wenn ich morgens um 9, also eine Stunde später wie der Rest ins Büro komme werde ich schief angeschaut. Na, wieder die Nacht durchgemacht, zu viel gesoffen und in irgendwelchen Bars abgehangen. Der Chef blickt mahnend auf die Uhr und erkundigt sich über meine Augen und mein Zeitgefühl.

Wenn ich allerdings abends um 19 Uhr, wenn dann auch der Letzte in der Firma Feierabend gemacht hat meine Jacke ausziehe und ins Rechenzentrum gehe, um die Server mal wieder zu putzen, warten oder aufzuräumen, dann sieht das niemand. Niemand sieht, dass ich mich teilweise um 22 Uhr noch ins System einlogge um Wartungsarbeiten durchzuführen, dass ich teilweise am Sonntag hier sitze um die Switche neu zu verkabeln, dass ich nachts Systeme ersetze ohne dass jemand auch nur etwas merkt, dass ich abends total aufgewühlt bin weil ich weiß dass die USV-Batterie schwach wird, dass ich nachts schlecht schlafe wenn ich weiß dass eine Festplatte demnächst ihren Geist aufgibt und das Ersatzteil Lieferzeit hat, dass ich teilweise aus dem Schlaf hochschrecke weil nachts eine Mail kommt die entweder Spam oder eine Fehlermeldung ist, dass ich bei hohen Außentemperaturen wie ein verrücktes Huhn durch die Firma renne weil ich Angst habe die Klimaanlage könnte versagen.

Nein, man sieht nur morgens meine Augenringe, die Unordnung im Büro die ich nach 4 Stunden Update einfach nicht mehr beseitigen wollte, die alte Hardware die in der Ecke steht und “immer noch nicht entsorgt wurde”, die Kosten die so ein blöder kleiner Kasten verursacht, die teure Klimaanlage die Strom frisst, usw.

Aber ich liebe meinen Job.





Nachtrag zum Kaffee-Disaster-Tag

29 07 2010

Ich habe noch etwas vergessen.

Vor ein paar Tagen erzählte ich vom schwarzen Montag, an dem es nichts Schwarzes gab.

Als um 9.15 Uhr von den beiden Grazien demonstrativ Kaffee sowie Milch aufgefüllt wurde, bedankte ich mich höflich und verlor auch kein weiteres Wort mehr darüber. Nachtragend bin ich nicht, somit war die Sache für mich gegessen.

Gegen 10 Uhr kam ein Herrn mit schwarzer Tasche in mein Büro. Vertreter. Es ging um einen neuen Lieferanten für Druckerpatronen. Ich bot ihm einen Platz gegenüber meines Schreibtisches an, Kollegin A servierte Kaffee und Kekse, und der Herr packte seine Unterlagen aus.

Während er von Qualität und Geschwindigkeit redete fiel mir ein weißer Zettel auf der unter/neben dem Tisch lag. Der freundliche Vertreter bemerkte meine Unaufmerksamkeit, blickte unter den Tisch und erkannte schnell: “Sieht aus wie ein Kassenzettel”. Noch bevor ich etwas sagen konnte bückte er sich schon, schnappte sich den Zettel und legte ihn auf den Tisch. Es war tatsächlich ein Kassenbeleg. Oben prangte die Aufschrift: Beate Uhse

Mich störte das nicht sonderlich. Ich bin nicht verklemmt, und ich denke die meisten Erwachsenen kennen diesen Laden und jeder hat hier bestimmt auch schonmal was gekauft. Ich wusste dass dieser Zettel nicht von mir war, schob ihn zur Seite und blickte meinen Gesprächspartner wieder an. Wäre es ein wichtiger Kunde hätte die Sache sicher anders ausgesehen, aber bei in diesem Fall war mir das relativ egal. Ihm war es jedoch sehr peinlich, seiner plötzlichen Gesichtsfarbe nach. Mit den Worten “Kann ja mal passieren” fuhr er stammelnd mit seiner Rede fort.

Als er dann weg war schaute ich mir das Corpus Delicti genauer an. Er war 4 Tage alt, 89 Euro für das Produkt “Dildo XXL”, 49 Euro für das Produkt “Pocket Rocket” und zu guter Letzt noch 9,90 Euro für “Super-Gleit. Wie gesagt, von mir war er nicht, und heute Morgen lag er noch nicht da. Folglich war das wohl das Überbleibsel der Handtaschen-Visite von meiner Kollegin. Dazu muss man sagen, dass die Dame vom Typ her eher “die Unschuld vom Lande ist”. Sie ist zwar bild-hübsch, macht aber nicht sonderlich viel aus sich. Meist ungeschminkt, weite Kleidung, seltene Friseurbesuche, sehr schüchtern und zurückhaltend und laut Aussage des Lageristen der ja immer alles weiß, schon seit Jahren Single.

Ich beschloss die Sache nicht an die große Glocke zu hängen, sondern ihr den Kassenbeleg während der Mittagspause einfach in die Jackentasche an der Gardarobe zu stecken. Während der Zeit lagerte der Zettel unter der Schreibtisch Unterlage.

Kurz vor Mittag kam die Handtaschen-Kollegin in mein Büro, und fragte belangloses Zeug. Während ich antwortete, scannte sie unauffällig den Boden, und schielte in den Papierkorb, der allerdings leer war.

Irgendwann fragte ich sie, ob sie etwas sucht. Sofort begann sie auch zu stammeln, und faselte etwas von einem Kassenbeleg der ihr wohl vorher rausgefallen sei, und den sie nicht mehr findet und sie dachte er wäre vielleicht hier. Der Zettel wäre wichtig, weil sie hier was zurückgeben möchte.

Sie suchte und suchte und wurde immer aufgeregter. Ich beschloss die Sache zu beenden, hob meine Unterlage, und schob ihr wortlos den Beleg zu.

“Den hat der Vertreter vorher gefunden, ob es vielleicht dieser ist. Von mir ist er glaub nicht, ich habe ihn mir auch nicht angeschaut. Schauen sie einfach ob es der Gesuchte ist, ansonsten werfen sie ihn weg”

Ich erwartete jetzt irgendwelche Ausreden, einen feuerroten Kopf und zitternde Stimme. Doch anstatt die berühmte Freundin auszupacken für die man was im Auftrag besorgen musste oder wortlos zu gehen nahm sie den Zettel erleichtert an sich.

“Puh, da bin ich aber froh dass der nicht verloren gegangen ist. Ich muss da nämlich was zurückgeben weil es viel zu groß ist. Kennen sie das, wenn man im Laden steht meint man noch es ist OK und wenn man dann zuhause ist merkt man, dass es doch nicht passt”

Nein, kenne ich nicht…





Arme Sprache

28 07 2010

Ich komme gerade aus einer Telko. Gut, ich könnte auch sagen ich hatte gerade eine Telefonkonferenz, aber sowas sagt man ja nicht. Das Thema interessierte mich nicht sonderlich, aber mein Chef meinte es schadet nicht mal zuzuhören.

An der Telko waren  5 Leute beteiligt, 4 Deutsche und ein Australier, der ein bisschen Deutsch und ein bisschen Englisch sprach.

Teilnehmer A ergriff sogleich das Wort, und fragte in seinem schönsten Sonntags-Englisch, ob Englisch oder Deutsch gesprochen werden sollte.

Der Australier antwortete im schlimmsten Gestammel was ich je gehört habe:

“Ai don’t no, ai anderständ bousssssssss länguitsches”

Teilnehmer A freute sich wie ein kleines Kind, verteilte noch schnell ein paar Blumen und lobte den Australier für seine hervorragende Aussprache, und begann mit seiner Rede über die enorme Wichtigkeit verteilter Datenbanken bei kritischen Anwendungen. Sein Englisch war auch wirklich gut, allerdings musste ich mich aufgrund des übertriebenen “Amerikan Slang” sehr konzentrieren um ihm folgen zu können.

Nach ca. 5 Minuten unterbrach ihn der Australier, und erklärte dass es wohl keinen Wert hätte. Die Leitung wäre recht schlecht und sein Englisch nicht gut genug ihm folgen zu können. Er entschuldigte sich höflichst, und bat um Zusendung einer kleinen Zusammenfassung in Englisch oder Deutsch “because ai anderständ bousssssssss länguitsches”.

Teilnehmer A warf noch einen Blumenstrauß hinterher, lobte nochmal ausführlich die hervorragenden Sprachkenntnisse des Australiers und bedauerte aufs Höchste dass er ihn nicht verstehe.

Es machte Klick, der Australier war weg, und Teilnehmer A fuhr seine Englisch-Rede fort. Als er nach gefühlten 20 Minuten die erste kleine Redepause machte warf ich den Vorschlag ein, nun doch auf Deutsch weiter zu sprechen, nachdem ja alle Anwesenden diese Sprache ihre Muttersprache nannten.

Empört entrüstete sich der Redner und fragte recht überspitzt (natürlich auf Englisch), ob ich denn auch Probleme mit seiner Aussprache hätte. Schließlich hätte er amerikanische Vorfahren, gar nicht so weit entfernt. Ich versicherte dem Möchtegern-Ami, dass seine Aussprache überragend wäre, aber ich trotzdem lieber deutsch spreche, was er überhaupt nicht verstehen konnte, aber meinem Willen nachkommen würde.

Er fuhr mit seiner Rede fort, und es entpuppte sich als Drama. Der Kerl war nicht in der Lage ein IT-technisches Thema auf Deutsch zu erörtern.

O-Ton:

“Die verschiedenen Cases müssen einzeln betrachtet werden. Man kann nicht jedes Issue gleich in der ersten Session solven. Oft bedarf es auch den second Level oder sogar einen Specialist um den Failure zu lösen”

Dummerweise kam während der Telefonkonferenz ein wichtiger Gast, worauf ich mich kurz abmeldete. Hinterher habe ich erfahren, dass die beiden anderen Zuhörer wohl ebenfalls recht kurz danach aufgegeben haben.

Was will ich mit einer Software, wo sich nicht mal der Verkäufer ausdrücken kann.





Ohne Worte

26 07 2010

Warum wirft man mir vor überheblich zu sein, wenn ich bei folgender Frage den Kopf schüttel:

“Der Chef möchte eine Tabelle haben. Wenn ich sie bei Excel ausdrucke kommt sie aber immer auf zwei Seiten raus. Ich klebe sie dann immer zusammen und mach am Kopierer eine Verkleinerungskopie. Die Scanne ich dann ein und schick sie dem Chef per Mail. Geht das nicht einfacher?”





Im Auftrag der Vertretung des Nachfolgers

26 07 2010

Gerade erreicht mich ein Anruf einer Frau Schumacher vom Autohaus Hin-Und-Weg. Frau Schumacher ruft im Auftrag von Herrn Stückle an, der seines Zeichens wider rum gerade die Vertretung von Herrn Birk übernommen hat da der für längere Zeit im Krankenstand ist.

Ich kenne zwar das Autohaus Hin-Und-Weg da ich hier mal ein Auto Probe fahren wollte. Allerdings ist dies schon eine Weile her und mittlerweile bin ich stolzer Besitzer eines Neuwagens einer anderen Marke. Dies lag mitunter auch daran, da sich das Autohaus damals reichlich dämlich angestellt hat und nicht in der Lage war mir einen Leihwagen für eine Probefahrt anzubieten. Das gewünschte Modell war leider nicht als Diesel-Fahrzeug zu beschaffen, und der vergleichbare Benziner könnten sie lediglich für 2 Stunden verleihen. Einen ganzen Tag oder gar ein komplettes Wochenende wäre einfach nicht drin.

Auf jeden Fall wollte Frau Schumacher im Auftrag von Herrn Birk vertreten durch Herrn Stückle mal nachfragen, wie es denn nun aussieht. Herr Stückle wäre diese Woche in der Nähe, und würde gerne vorbei kommen und mit mir Details bezüglich der Ausstattung durchsprechen.

Leider kenne ich weder Birk, noch Stückle und erst recht nicht die Frau Schumacher. Aus meinen Unterlagen lese ich schnell heraus, dass ich damals Kontakt mit einem Herrn Müller hatte. Als ich die Dame mit diesem Namen konfrontierte kam sie erst einmal ins Grübeln. Nachdem sie wider rum in ihren Unterlagen wühlte, konnte sie das Rätsel allerdings aufklären. Herr Müller war damals “nur” die Urlaubsvertretung von Herrn Schneider, der allerdings mittlerweile nicht mehr im Hause wäre, und dessen Bereich nun von Herrn Birk übernommen worden sei, der allerdings gerade von Herrn Stückle vertreten wird und in dessen Auftrag sie nun bei mir anruft.

Aaaaaaaahja.

Ich teilte der Dame mit dass dies zwar sehr freundlich wäre, aber meine Entscheidung mittlerweile zugunsten der Konkurrenz gefallen ist. Natürlich fand sie das äußerst schade, versicherte mir aber dies Herrn Stückle mitzuteilen, damit er es wider rum Herrn Birk weitergeben kann.

Wegen mir…





Bewährungsprobe

26 07 2010

Ich bin ja weder ein Morgenmuffel, noch ein Montagsmuffeln, geschweige denn ein Montags-Morgen-Muffel. Außerdem bin ich kein Freund davon Kollegen bereits kurz nach Arbeitsbeginn unfreundlich zurechtzuweisen. Aber wenn es geballt kommt, muss auch ich mich ab und zu richtig beherrschen.

Ich komme am heutigen grauen, verregneten Montag nach einer regelrechten Stau-Odyssee um 7 Uhr ins Büro. Am Eingang halte ich schon den Handwerkern die Türe auf, die im Stockwerk über uns gerade dabei sind eine 100 Meter lange Beton-Wand zum Schweizer-Käse umzugestalten. Anders kann ich mir nicht erklären, warum hier seit Wochen gehämmert wird wie wild.

Ich laufe zu meiner persönlichen Kaffee-Maschine, die 2 Kolleginnen freundlicherweise noch mitbenutzen dürfen, und sehe dass gerade mal noch ein Kaffee-Pad in der Dose ist. Warum von den 10 Pads welche bis Freitag noch in der Schublade lagen nur noch dieses Eine übrig ist, liegt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit daran an Kollegin A, da ich am Freitag gar nicht im Büro war und sie für ihren extremen Kaffee-Durst bekannt ist. Gut, Eines ist besser als Keines, und so läuft das schwarze Gold in die Tasse. Der Griff zur Milchtüte lässt schauriges ahnen: LEER! Auch hier vermute ich schnell die Ursache, diesmal allerdings in Kollegin B, welche Ihren Milchkaffee grundsätzlich mit ganzen Monatsproduktionen an Milch genießt.

Nun ist es ja so, dass der Laden wo es beides zu kaufen gäbe, direkt gegenüber liegt. Und dieser auch am Freitag bis 22.00 Uhr offen hat. Und ebenfalls ist bei beiden Kolleginnen bekannt, dass mich nichts aus der Ruhe bringt außer fehlendem Kaffee am Morgen.

Als ich den letzten Kaffee schwarz trinke, was mir ziemlich widersteht, setzen die Handwerker oben zum ersten Loch an.  Vom Gefühl her würde ich sagen, dass demnächst der Putz von der Decke rieselt.

Als Kollegin A nun um 07.30 Uhr die Firma betritt, läuft sie wie jeden Morgen zuerst in mein Büro. Kurz vor der Maschine stockt sie: “Ups, ich habe total vergessen Kaffee zu kaufen, aber wenn um 9 Uhr der Laden aufmacht hole ich sofort einen”.

Kollegin B kommt einen Augenblick später ins Büro, und bleibt auch kurz vor der Türe stehen: “Ups, ich glaube ich hab am Freitag die ganze Milch leer gemacht, aber wenn um 9 Uhr der Laden aufmacht hole ich sofort einen”

Ich halte mich bewusst zurück, beantworte die Feststellungen eigentlich nur mit einem tiefen Brummen welches aufgrund des Hämmerns kaum wahrnehmbar ist, allerdings Akzeptanz und Missmut zusammen zum Ausdruck bringen soll. Doch anstatt sich die beiden Damen zügig aus der Gefahrenzone begeben, entbrennt ein Streit der beiden Morgenmuffel direkt vor meinem Schreibtisch. Das sei ja mal wieder typisch, Kollegin A würde ja ständig den Kaffee leer machen und wäre zu faul die 5 Schritte zu laufen um Neuen zu kaufen. Über mir hämmert die Bohrmaschine. Kollegin A holt zum Gegenschlag aus und wettert gegen Kollegin B, die ja mit ihrer “Milchsucht” eigentlich auch die gebrauchten Pads nehmen könnte, da vom Kaffee eh nichts mehr durchschmeckt. Die Bormaschine über mir hat Nachwuchs bekommen, und es hämmert nun um die Wette. Kollegin B beschwert sich aufs Bitterste, da Kollegin A ihr ja kaum vorschreiben kann wie sie ihren Kaffee trinkt, und Sie IMMER Kaffee nachkauft wenn weniger als 5 Pads in der Dose sind.

Ich werfe beiden einen äußerst bösen Blick zu. Nicht der ganz Böse, der alles zu Stein erstarren lässt, sondern die Vorstufe die eigentlich ankündigt dass es jetzt höchste Eisenbahn ist das Feld zu räumen.

Doch die beiden Streithähne kümmern sich nicht wirklich um meine Mimik. Sie sind viel zu sehr damit beschäftigt jeweils der Anderen den schwarzen Peter unterzuschieben.

Als Kollegin A nun anfängt ihre Handtasche auf meinem Schreibtisch auszuleeren und mit Kassenzetteln belegen möchte, dass sie die letzten 10 Male Kaffee gekauft hat, und der Bohrjünger über mir gerade zu seinem Meisterstück ansetzt, kann ich mich nicht mehr zurückhalten und beende die Diskussion mit einem deutlichen “RUHE”. Kurioserweise verstummt im selben Moment sogar die Bormaschine und es ist Mucks-Mäuschen-Still. Beide starren mich an wie die Ölgötzen und rücken auf einmal näher zusammen. “Heute nicht Ihr Tag Chef?” meint die Eine. Die Andere ergänzt noch “heute Morgen mit dem falschen Fuß zuerst aufgestanden, oder warum pflaumen Sie uns so an?” Ab und zu ist es schon verwunderlich wie schnell sich Frauen versöhnen können.

Ich versuche mit ein paar Worten klar zu machen dass es mich nicht die Bohne interessiert, wer wann was gekauft hat sondern hier und jetzt einfach weder Milch noch Kaffee da ist, und das ich jetzt freundlichst darum bitte, diesen Missstand bis 09.15 Uhr aus der Welt zu schaffen. Schließlich hatte ich erst kürzlich eine ganze Palette Milch und eine komplette Palette Kaffe besorgt habe. Da das Ganze ohnehin aus einer Kasse bezahlt wird die ICH fülle, ist das sicherlich nicht zu viel verlangt.

Beide ziehen zeitgleich einen Schmollmund, die eine Kollegin zieht einen Schmollmund und beide verlassen den Raum. Als die Türe ins Schloss fällt murmelt die eine noch “Morgenmuffel” und der Kamerad von oben startet die Bohrmaschine.

Wegen mir…





Lange war es ruhig…

22 07 2010

Als ich gerade den Blog mal wieder geöffnet habe, musste ich erst mal etwas Staub aus den Formularen kratzen.

Ja, es ist richtig, ich habe lange nichts mehr geschrieben. Hintergrund war sicherlich ein ganzer Batzen an Arbeit und der Schritt in die (Teil-)Selbstständigkeit.

Ich arbeite zwar nach wie vor in meinem alten Unternehmen, allerdings maximal noch 50% meiner Zeit und auf Rechnung. Die restliche Zeit verbringe ich damit einen eigenen Kundenstamm aufzubauen.

Wieder in meinem Kundenstamm begrüße ich einen alten Kunden, der mich aus meiner letzten Selbstständigkeit vor 5 Jahren noch kannte. Wir hegten damals ein sehr gutes Geschäftsverhältnis. Er zahlte pünktlich und gut, war einer der Einzigen der mir ab und an ein wenig Trinkgeld zugeschoben hat und brachte mir pro Monat immerhin 30 bezahlte Stunden.

Das Ganze ging damals in die Brüche, da die Tochter einen neuen Freund nach Hause brachte, der ebenfalls in der IT-Branche arbeitete. Und da besagte Tochter in dieser Zeit gerade im väterlichen Unternehmen Fuß fasste, wurden die Aufträge an mich kurzerhand eingestellt.

Nun rief mich jener (Ex-) Kunde vor einigen Tagen an, und bat mich um ein persönliches Gespräch schönsten Biergarten der Umgebung. Hintergründe nannte er Keine, er meinte nur er freue sich “wie in alten Zeiten”. Auch wenn das Ganze damals nicht ganz schön beendet wurde beschloss ich, den Termin trotzdem wahr zu nehmen.

Da der Kunde damals trotz mehrmaliger Empfehlung nie eine Dokumentation seiner Anlage wollte, war das Meiste des eigentlich einfach gestrickten Netzes in meinem Kopf festgehalten, lediglich die Passwörter lagerten im Tresor. Nach dem plötzlichen Ende der Aufträge rief mich der “Neue” noch einige Male an, und fragte meist kurz und äußerst schroff wie Dieses und Jenes verkabelt und angeschlossen sei. Die ersten paar Male war das auch kein Problem. Als die Anrufe jedoch zu täglichen Gesprächen ausuferten, bat ich irgendwann um einen bezahlten Termin, an dem ich eine saubere Übergabe machen würde, worauf ich nichts mehr hörte, was mir auch recht war.

Das Gespräch im Biergarten begann mit ca. 20 Minuten Smalltalk. Irgendwann setzte ich mich aufrecht und fragte, was denn nun der Grund für den plötzlichen Termin sei, worauf er seine Stirn demonstrativ in Falten legte.

Da sei ja sein Schwiegersohn, der eigentlich nie sein Schwiegersohn war und auch nicht ist und es Stand letzte Woche auch nicht werden wird. Der junge Mann hätte wohl einige Stärken gehabt, wo allerdings Treue nicht zuzuzählen wäre. Auf jeden Fall hatte er wohl regelmäßig diverse Affären mit anderen Frauen gehabt, weshalb seine Tochter das Ganze nun beendet hätte, worauf der junge Mann sämtliche IT-Dienstleistungen ebenfalls einstellte.

Auf jeden Fall bekam ich auf diesem Wege meinen guten Kunden von damals zurück.

Wie das ganze weiter geht, wusste ich zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht.

Fortsetzung folgt.








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